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Malend_cmyk_quadratisch Kopie (15x15cm).tif

EntwicklungsstufenAbstrakt oder Figurativ?

 

1. Mediterrane Farbströme (Mediterranean Blue & Turquoise)

In der Freien Natur aquarellierte Skizzen, setze ich später im Atelier auf großformatigen Leinwänden um. Durch das Hinein-Zoomen in das Motiv, den Palmen-Stamm, komme ich graduell zur Abstraktion. Die aus den nassen Stellen des abstrahierten Stammes herauslaufenden vertikalen Farbbäche hebe ich im Folgenden noch stärker hervor.

 

2. Kubanische Serien (Cuban Red)

Auf einer Studienreise nach Kuba gesammelte Eindrücke geben weitere Impulse: die mehrfach überlackierten Cadillacs in Rot und Pink sowie die zigfach neu angestrichenen Häuserfassaden; mit mehreren durchschimmernden Schichten, teilweise abgebröckelt, teilweise durchdrängt und vermischt.

 

3. Spuren/Strukturen der Zeit auf Leinwand (Sri Lankan Green und Earth, Grey & Structure)

Das Anliegen ist es nun, diese Zufallsprodukte ästhetischer Strukturen, welche die Natur über die Zeit hervorbringt, auf Leinwand zu erschaffen und weiter zu entwickeln. Der Farbraum inspiriert im Jungle Sri Lankas sowie in Universellen Erdstrukturen.

 

4. Halb-abstrakte Malerei

Seit dem Studium an der Kunstakademie in Kolbermoor bei Prof. Markus Lüpertz, zeigt sich eine Entwicklung hin zu einer halb-abstrakten bzw. halb-figurativen Malerei. Hier verbinden sich Naturelemente (wie Baumrinden) mit urbanen künstlerischen Strukturen (z.B. verwitterte Oberflächen von Wänden/Böden) zu großformatigen Bildserien (bis 300 cm). Der Multi-Schicht-Aufbau führt zu einer marmorierten fast vibrierenden Oberfläche.

 

5. Abstrakt oder Figurativ?

Beides! In der abstrakten Malerei geht es mir um den energetischen impulsiven Ausdruck mit dem großen Pinsel oder Spachtel. In der Gegenständlichkeit um Genauigkeit, mit dem kleinen feinen Pinsel. Das Gegenständliche befruchtet das Abstrakte und umgekehrt. Bevor ich an die Kunstakademie kam, hatte ich einige Jahre rein abstrakt gearbeitet: großformatige Farbkompositionen. Im ersten Studienjahr wurde dann der Akzent auf das Aktzeichnen gelegt: Die individuellen 3-dimensionalen Rundungen des menschlichen Körpers auf der 2-dimensionalen Leinwand umzusetzen. In den Folgejahren ging es darum von der S/W-Gegenständlichkeit ausgehend, immer mehr in die abstrakte Farbigkeit zu kommen, mit seinen eigenen Themen.

Motivation und Motivauswahl

 

Für die Aufgabe 'Zeichnung in Malerei zu übersetzen', manifestieren sich die gesammelten Inspirationen aus der maurischen Architektur, mit den wunderschönen teilweise verwitterten Ornamenten. Beispielsweise in der Alhambra in Granada oder im Maurischen Königspalast in Sevilla. Bei deren Anblick mir immer das Herz aufgeht. Diese "Alte Schönheit" darzustellen, ist mein Ziel. Durch das Hineinzoomen in das Motiv komme ich wieder zur Abstraktion.

 

Die richtige Energie

 

Man sieht dem Bild hinterher an ob der Pinselstrich eher zaghaft oder kraftvoll war. Wenn man z.B. in einem abstrakten Bild eine schnelle Aufwärtsbewegung darstellen möchte, kann man dies nicht am Tisch sitzend; die Pinselstriche müssen in schnellen Bewegungen aus dem ganzen Körper erfolgen. Im Gegenständlichen bedarf es für mich ruhiger Konzentriertheit und im Abstrakten einer kraftvollen Emotion. Diese kann freudige Ausgelassenheit sein oder ein wütendes "Jetzt erst recht". Aber jedem guten Bild geht meiner Meinung nach eine Emotion voraus. Diese Energie, ob Ruhe, Freude oder Kraft, ist dann auf der Leinwand festgehalten.

 

Bildinhalte

 

1. Der Motivausschnitt: Eine ungewöhnliche Perspektive. Ein beiläufiges scheinbar belangloses Motiv als vergrößerter Detailausschnitt: Eine Nische, ein Wandvorsprung, eine Ecke des Bodens.

 

2. Die verwitterte Oberfläche: Die Schönheit von Jahrzehnte alten Verwitterungsspuren mit ihren facettenreichen Strukturen (wie z.B. auf einem alten Mosaikboden).

 

Spuren und Kratzer

 

Die plastische Vielschichtigkeit steht für die Spuren und Kratzer, die das Leben hinterläßt: Diese zeigen sich auf der Leinwand anhand von Verwitterungsspuren in Räumen, in denen gelebt wurde. 

 

Leere Räume

 

Ich male leere Räume, um den Betrachter einzuladen, sich selbst darin vorzustellen: In dem Raum zu verweilen, zu betrachten, inne zu halten. Ebenso bei den "Abstrakten Räumen".

 

Stil und Arbeitsweise

 

Mein Stil definiert sich durch die Motivauswahl (mit grafischem Auge), die zumeist großen Formate und die individuelle Art Spatula Technik. Hierfür wird die Acryl-Farbe in vielen Schichten auf und teilweise wieder abgetragen. Durch Spachteln, Sprühen, Tupfen, Kratzen, Schmirgeln, Schleifen und erneutem Auftragen & Bearbeiten der Farbe. Sodass sich die unteren und oberen Schichten zu einer Gesamtkomposition verbinden. 

 

Mein Weg in die Malerei 

 

Mein Weg in die Malerei führte über zwei kunstnahe Studiengänge, Dipl.-Kulturwirtschaft (eine Kombination aus Kultur und Wirtschaft) und Graphikdesign (eine Kombination aus Kunst und Wirtschaft), sowie die langjährige Berufstätigkeit in diesem Bereich (in Berlin, Madrid und München). Schließlich bis hin zu einem berufsbegleitenden Malereistudium an einer Kunstakademie und dem Einstieg in die freischaffende Kunst.

 

Das Mediterrane und weitere Kulturräume

 

Die Berufs- und Auslandserfahrung im mediterranen Raum, fließt in meine Arbeiten mit ein: eine andere Kultur, ein anderes Licht, eine andere Architektur, ein anderer Farbraum. Jede Kollektion ist zumeist innerhalb eines Farbraumes gehalten, nach inspirierenden Studienreisen: Mediterranes Blau, Marokkanisches Türkis, Singhalesisches Grün, Kubanisches Rot oder Universelle Erdstrukturen. (siehe auch Entwicklungsstufen)

 

Individualität und Nachhaltigkeit

 

Aus individuellen Elementen -einem griechischen Fensterbogen, einem römischen Säulenkapitell, einem maurischen Mosaikboden oder einer modernen weissen Lamellentür- erschaffe ich meinen eigenen Raum. Diese Arbeiten sind aufwendig in der Recherche und Entstehung. Die beschriebenen komplexen Strukturen vibrieren fast auf der Leinwand und symbolisieren das zeitliche Geschehen: Die Vergänglichkeit, aber auch die Nachhaltigkeit. Ich plädiere hiermit für die zeitlose Schönheit von alten Objekten.

 

Arbeitszeit pro Bild

 

Dass ein Bild auf Anhieb gelingt, ist eher selten. Manchmal gibt es einen genialen Wurf innerhalb von ein paar Stunden. Manchmal arbeitet man mehrere Monate an einem Bild. Aber durchschnittlich kann man sagen, mit der Motivsuche, den Vor-Skizzen, der Grundierung, dem mehrschichtigen Bildaufbau, den Trockenzeiten bis hin zum letzten Pinselstrich und schließlich dem Auftragen des Firnisses: Einige Tage bis Wochen, je nach Größe und Komplexität. Wobei ich immer gleichzeitig an mehreren Bildern arbeite. Und häufig entsteht daraus eine mehrteilige Serie.

 

Wann ist das Bild fertig

 

Das Bild ist fertig, wenn man auch nach langem Betrachten keinen Impuls mehr verspürt, an irgendeiner Stelle etwas zu verändern. Bis ich zufrieden bin, bedarf es meist vieler Arbeitsschritte. Und den Mut ein gutes Bild komplett zu überarbeiten (bei vollem Risiko es zu zerstören), um ein besseres hervorzubringen. Wenn das Bild dann fertig ist, hat man kurzzeitig ein Hochgefühl, etwas Großartiges erschaffen zu haben. Aber das ist schnell wieder verflogen und wird durch Selbstkritik ersetzt, die zum nächsten Bild antreibt.

 

Bildtitel

 

Ich habe keinen bestimmten Titel im Kopf, wenn ich aus einer Intuition heraus anfange ein abstraktes Bild zu malen. Erst nach der Fertigstellung, wird dieser klar. Wobei ich dann oft das Gefühl habe, dass mein Unterbewusstsein das Ergebnis schon kannte.

 

Bedeutung der Kunst in meinem Leben

 

Die Malerei nimmt einen großen Stellenwert in meinem Leben ein. Wenn ich zeitweise nicht die Zeit/die Kraft/die Muße habe, zu malen, fehlt mir etwas. In der Kunst ist alles erlaubt; jeder Künstler kann seinen eigenen Stil definieren. Der künstlerische Ausdruck ist der freigeistige Anteil der Persönlichkeit.

 

Langfristige Ziele in meiner Kunst

 

Mit der Zeit strebe ich an, Schönheit vermehrt in der Einfachheit zu suchen. Die Essenz der Schönheit aus der Komplexität des Lebens herauszufiltern. Und den Fokus auf einen minimalistischen Ausdruck zu richten.

 

Das Anspruchsvollste in der Malerei

 

Mit seinem Werk zufrieden zu sein. Und sich gleichzeitig nie zufrieden zu geben und sich immer wieder neu zu erfinden. Immer weiter zu suchen.

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